Monday, December 08, 2008

Konsterniertes Potpourri

Blockzitat
In der konfusen Komplexität des Alltags als gleichmütig hingenommen bleibt eine Birne eine Birne; nicht länger ein mit Honig aromatisiertes Kernobst.Wenn der Kern der Sache das Antonym der eigentlichen Darstellung zu sein erscheint, ist es nicht länger verwunderlich, dass selbst ein Dilettant in der Eingeschränktheit seines Wissens nur schwerlich das frivole Korn findet. In Agonie ähnlicher Haltung vollführt die Zunge einen Reigen an utopischen und fiktionalen Stufen, bis hin zu der Kognition, dass auch eine honorierte Prädikatsstufe nicht mehr als eine angeprangerte Farce sein kann.

Thursday, December 04, 2008

If you are in trouble or doubt, run in circles, scream and shout!

Friday, October 24, 2008

Qualikos

Spätestens wenn die Anzahl der Bügel in deinem Kleiderschrank, die Auswahl deiner Pflichtlektüre und das Bild auf deinem Handtuch richtlich vorgeschrieben ist, sollteste du anfangen, eine Spinne an die Hand zu nehmen und unter höflichen Verbeugungen nach draußen zu geleiten.

Friday, October 10, 2008

Deep down in fairytail


Ein flüchtiger Gedanke nur, ein „was wäre wenn…?“ und „wie war das damals noch…?“, kaum gedacht, und schon mittendrin, im blitzenden Strudel aus Bilderfetzen. Ein Baum nur, da!, ein Stück des Weges! Manchmal muss man eben doch den Weg zurückgehen, nicht immer
nur geradeaus blicken, den Kopf stur nach vorne gewandt;
von Scheuklappen umringt.

feurig grün, gräsergrün, schlafend grün, funkelnd grün, tönend grün, sumpfig grün

Ein Schritt zurück, den Blick über die Schulter; und schon eingetaucht in eine Welt voller Wunder, Abenteuer und geheimnisvollen Wesen. Der Sand fällt nicht sondern steigt, die Zeiger drehen sich zurück, die Sonne erhebt sich bevor sie untergeht. Die Jahre spielen keine Rolle mehr, die Größe zu damals kaum mehr ein Unterschied. Alle Sorgen verpuffen in den sanften Strahlen einer müden Sonne, die mit sanften Fingern über die Nasenspitze streichen. Ein fröhliches Kinderlachen, ein verschwörerischer Blick; und schon folge ich dir im wilden Ritt über geheimnisvolle Pfade, in einem längst untergegangenen Reich, in dem Barrieren, Ängste, Sorgen und Älterwerden nicht existieren.

graugrün, verdorben grün, wuchernd grün, wächsern grün, glitzernd grün, schlammgrün

Da! Siehst du sie? Die Burg des alten Löwen! Tief verborgen in den Schatten hoher Bäume, königlich erhellt von goldenen Sonnenstrahlen. Sieh nicht zu genau hin, sonst fängt dich der Blick seiner bernsteinfarbenen Augen und lässt dich nie mehr wieder los! – Ein Blinzeln; und schon verwandelt sich das stolze Gemäuer in eine riesige, moosverhangene Baumwurzel. Nur eine Wurzel.

blitzend grün, goldgrün, modernd grün, schrecklich grün, lebendig grün, kristallgrün

Ein nervöses Kichern, der Kopf stolz erhoben; wie der des unsichtbaren Pferdes, auf dem man über Stock und Stein durch die dunklen Wälder flog – meines war stets weiß. Die Zügel fest in der Hand – ich weiß noch wie du mir zeigtest, wie man sie richtig hält – die Gerte geschwungen, und schon landete man in einer wundervollen Märchenwelt. Dort drüben! Der silberne Vogel! - Oder doch nur ein Stück helles Holz? Ich könnte schwören, gerade die knochige Nasenspitze eines Koboldes gesehen zu haben…

fichtengrün, gläsern grün, herbstlich grün, moosgrün, dunkelgrün, giftgrün

Ein so vertrauter Anblick, dass ein ganzes Zeitalter voller Tage, Jahre und Erfahrungen plötzlich gar keine Rolle mehr spielt. Mit jedem Schritt vorwärts ein Stück zurückgegangen, das Lied der Vergangenheit mit dem der Gegenwart vermischt. Und auf einmal erklingt eine völlig neue Melodie. Das Herz genau an der richtigen Stelle, eins mit dem ruhig gewordenen Strom; und unbewusst spielen meine Füße das alte Spiel: Nur auf die Steine und Wurzeln treten! Der Boden ist ein endlos schwarzer Abgrund, wer daneben tritt, stirbt! Das uralte, fast vergessene Gefühl steigt empor, durchbricht den grauen Schleier des Erwachsenseins, der Vernunft und des Verstands, zeigt sich in hüpfenden Bewegungen.

knallgrün, schmerzlich grün, strahlend grün, lindgrün, gruselig grün, unglaublich grün

Der Wald lichtet sich, die warme Dunkelheit wird vom hellen Blitzen durchbohrt. Wurzeln werden wieder zu Wurzeln, der Hügel ist wieder das was er mal war, und auch das schummrige Zwielicht ist nur noch ein Wechsel aus Licht und Schatten; nicht länger der verwunschene Schimmer einer geheimnisvollen Kinderwelt.


Sunday, October 05, 2008


Und als ich den Flur entlangging,
war ich mir auf einmal 100%ig sicher:
wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue,
blicke ich auf eine winterweiße Puderzuckerdecke,
die still und heimlich über den Tischen schwebt.

Monday, September 29, 2008

Mann!

Der Spritpreis ist heute aber wieder güllig. Oder binstig?

Thursday, September 25, 2008

Manchmal ist das Leben einfach doof. Hinterhältig. Listig. Blitzschnell.
nowhere to flee for your life
so we stayed inside
and we'll sleep until
the world of man is paralyzed

Monday, September 22, 2008

And above all else

The trick to life is not to get to attached to it

Saturday, September 20, 2008

and the dog is out

aber sowas von!

Thursday, September 18, 2008

Absurde Gedankengänge

Und irgendwann endet man wie der kopflose Mann im Fenster, der mit dem weißen, strenggebügelten Hemd.

Tuesday, September 16, 2008

Zickenzone!

Maul halten!
Land gewinnen!

Monday, September 15, 2008

heute schon n stöpper reingesteckselt?

Saturday, August 30, 2008

Nur mit einer Geige spielenden Ziege ist es das perfekte Glück.

Sunday, August 17, 2008

nene, mir gehts gut!

"es ist einer der flagrantesten Beweise des menschlichen Hochmuts, daß jeder Leidende unglücklicher zu sein glaubt, als der andere, der neben ihm weint"


Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo

Monday, July 21, 2008

wohl tituliert

Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an.

- amélie -

Verzeihung, dürfte ich kurz?

Ein leerer Horizont, ohne Berge, ohne Tal, der Wirklichkeit scheinbar entrückt. Im blassen, fahlgesichtigen Sumpf der Stille und Trübsal. Gerade noch gesungen, gerade noch getanzt.
Der Himmel schien unendlich klar, die Sonne einem goldenen Feuerball gleich, die Dunkelheit von Myriaden von Sternen durchzuckt. Und die Bäume wiegten sich in zufriedener Zweisamkeit im lauen Luftzug. Das Wasser spritzt, der tiefe, blaue Ozean durchschneidet sein samtenes Tuch; eingetaucht in eine andere Wirklichkeit. Und plötzlich bekommt alles eine Bedeutung: der leise Klang eines fröhlichen Lachens, der tiefe Fall in einen braunen Sumpf, die Schallwellen eines verstrichenen Luftzuges, der hastige Griff nach vergangenen Zeiten. Die Zeit, ein teuflisches Ding. So schnell, so eilig, bei Zeiten. Und dann wieder so griesgrämig schleichend, hämisch herabgrinsend, oder einfach nur tödlich gelangweilt.
Ein letzter Blick, der Himmel steht noch. Ein ständiger, unaufhaltsamer Strom aus wiedergeborenen Regentropfen. Unbändige Freude versickert in der vertrockneten Wunde der völlig gesichtslosen Banalität. Erinnerung tauchen auf, blinzeln matt an die Oberfläche und tauchen wieder hinab in die grüne dunkle Stille einer Seele. Bilderschnipsel tanzen einen Reigen mit langvermissten Melodien und Tönen, Gefühle reichen sich die Hände; Hass und Bedauern in unausgesprochenem Einverständnis. Wie geht man um mit solchen Momenten? Hochkommen lassen, ergeben abwarten und wieder versinken lassen? Höflich verbeugend empfangen und floskelnd hinausbegleiten? Irre gackernd und schrill kreischend in die Arme schließen, so, als wäre nie etwas geschehen? Verzeih, das erscheint mir etwas unpassend, in dieser Lage.
Das Leben scheint abhängig von Geräuschen, Musik passt sich an und wirbelt durch den Raum. Ein Springen, hier und dort, und trotzdem kein Ziel in Sicht. Verwirrt, planlos, und doch beizeiten sogar glücklich. Ein wenig erstaunlich, möchte man meinen.

Thursday, May 29, 2008

Sie wünschen bitte?

Ein Spiel, ein Spiel zwischen Jäger und Beute. Einem Tanz gleich, mit Partnern, wie sie unterschiedlicher und unbekannter nicht sein könnten. Wie ein plötzliches, und doch erwartetes, morgendliches Treffen unten am Wasserloch, wo die verschiedensten Arten auf einander treffen. Jede sorgsam ihres Freiraumes bedacht, ein vorsichtiges Herantasten und Beschnuppern, wohl wissend, dass hier sämtliche Grenzen und Regeln fließend in einander übergehen.

Der Körper wachsam, die Augen in Bewegung, jede Regung verfolgend und kritisch wertend. Ein letzter Blick in die Runde und der Vorhang fällt. Während die Beute ihre Augen noch suchend umherschweifen lässt, weiß sie nicht, dass sie schon lange zum festgelegten Ziel geworden ist, verstrickt im Netz des Abends, unfähig sich zu befreien. Was wird geschehen? Was ist zu erwarten? Lob? Tadel? Ablehnung? Freudiges Erstaunen? Oder aber genervte Abweisung und stummer Argwohn?
Millionenfache Adrenalinstöße reichen sich die Hand, durchfahren den Körper von den Füßen bis zu den Haarspitzen. Der Rücken streckt sich, ein Lächeln erstrahlt, die Schritte werden forscher, die Schultern durchgedrückt, während die Fingerspitzen in einander verschränkt ein Eigenleben zu führen scheinen. Niemals ist diese Jagd die gleiche, stets eine Achterbahntour zwischen Talfahrt und hohen Bergen, mal mehr, mal weniger. Eine unbedachte Äußerung, eine zu hastige Bewegung, und schon ist das Gefühl, die zwischenmenschliche Beziehung, dieser Tanz für den Moment buchstäblich im Keller. Eine Akrobatik auf dem Hochseil der deutschen Sprache, bei dem man sich nur zu schnell im metaphorischen Sinne den Hals brechen kann.
Und der Tanz beginnt. Mit allen Sinnen bedacht, ein ständiges Geben und Nehmen, ein Vor und Zurück, der Jäger umtänzelt die Beute, schmeichelt ihr, versucht sie zu überzeugen, zu verkaufen, zu präsentieren, und doch dabei den Schein der Dinge zu wahren. Der Rückzug als Teil des Angriffs, kaum ein Auge verlässt den Ort des Geschehens. Die kleinste Bewegung, der kleinste Wink, und der Jäger ist zur Stelle, bereit, zuzustoßen, abzuwarten, zu täuschen, zu spielen.
Ist erst der erste Akt geschafft, die Finger, zärtlich den blinkenden Stahl umschmeichelnd, wie von selbst nach den langhalsigen, dünnen Stielen tastend, der Kerzenschein sich geheimnisvoll in der Flasche bricht und ein Muster aus grünen Katzenaugen auf das blütenweiße Tischtuch streut, die restliche Welt im Nebelschein der freudigen Beschäftigung versinkt, dann erwacht eine triumphale Regung des Hochgefühls. Der Jäger war erfolgreich, Sommelier und Gardemanger reichen sich die Hand, der Tanz beendet. Beute und Jäger trennen sich, möglicherweise nur ein Spiel für einen Abend, und doch in Erhabenheit und Desaster eng miteinander verbunden.

Monday, May 05, 2008

Wednesday, April 23, 2008

the hole inside

Noch ein Stück geradeaus und die Straße hinunter, alles ist so vertraut, alles ist hier so friedlich.
Es hat sich nicht viel verändert, nur der Wagen vorm Haus und die Tür steht weit offen,
als wäre jemand kurz raus.
Als wäre jemand gegangen und käme gleich zurück, nimmt dich in den Arm und kümmert sich um dich.
Sagt, mach dir keine Sorgen, du bist nicht allein und deckt dich zu mit den Worten:
Ich werde bei dir sein.
Es sind die Gedanken in kurzen Momenten, gedacht und verdrängt, um nicht weiter zu denken.
Die Schrankwand im Geiste schon dreimal zerschlagen, und wenn es so weit ist,
kann man es nicht ertragen.
Bleibt einfach nur stehen, und erkennt erst dann, dass man sich auf den Moment nicht vorbereiten kann.
Weil es nicht mal die Chance gab,
Weil man einfach gegangen ist,
Weil man einfach gegangen ist, als würde man ewig noch kommen und gehen und sich sehen.
Weil die Worte nicht reichen,
Weil Erinnerungen bleiben.
[kettcar]

Friday, April 04, 2008

Spiel von Licht und Schatten



Ein ständiger Wechsel von hell und dunkel, auf und nieder, wolkenhoch und endlostief. Ein scheinbar ewiger Kreislauf mit sich immer wieder wiederholenden Bewegungen, Momenten und Gefühlen. Kein Ende in Sicht, keine Möglichkeit, dem Teufelskreis zu entkommen, gefangen in der eigenen Traumwelt. Doch die Träume träumen sich langsam aus, die letzte Zugabe ist gespielt, die Musiker gehen nach Hause und nur noch ein kleiner Trupp hartgesottener Fans scheint krampfhaft zu versuchen, das Ende des Abends hinauszuzögern. Doch wie soll etwas hinausgezögert werden, wenn an seinem Ende gar kein Zweifel besteht, wenn es scheinbar seit Äonen in den Sternen geschrieben steht. Da hilft kein Betteln und Flehen, kein Hoffen und Bangen und auch kein länger Aufbleiben.

Auf Licht folgt Schatten, auf Dunkelheit ein neuer Sonnenstrahl. Aber was bringt jeder noch so funkelnde Blitz puren Lichtes, wenn er nach jedem blitzenden Lichtertanz in den Abgrund zurück gesogen wird? Die gleichmäßigen Wechsel scheint beruhigend, wie der Blick auf ein endloses graugrünes Meer mit stetigen heranfließenden und zurückweichenden Schaumkronenwellen, hinterlegt mit der eintönigen, einschläfernden, melancholischen Musik der Wasserelemente. Irgendwann haben die Töne und Schleier etwas Hypnotisches und es ist zu spät, den Blick auf den klaren blauen Himmel zu richten, der sich so gar nicht in den Wassermassen spiegelt. Tief versunken in den Anblick der immer wiederkehrenden Unendlichkeit verliert man den Blick für die Umgebung, den Blick für das wahre Leben, den Blick für das, was außerhalb dieses beschränkten Blickwinkels liegt.

Ein Seufzer, ein zweiter Blick und doch nur wieder die Bestätigung, das irgendwie auch beruhigende Gefühl, es hat sich nichts geändert, der Kreis nimmt seinen Lauf, immerfort, immerdar. Der Wunsch nach etwas Anderem erwacht, der Traum von etwas Größerem erblüht wie eine kleine lila Kaktusblüte, mitten in einer Wüste voller grauer Wellen. Und doch, chancenlos. Die Realität driftet ab, das Äußere verblasst, und nur dieser eine winzigkleine Bereich erschillert in allen nur erdenklichen Farben eines grasgrünen Regenbogens. Das Leben rückt zur Seite und macht Platz, und wieder einmal versinkt man in dem verlockenden Sumpf eines Traumes, dessen Erwachen dafür umso bitterer ist.